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Im südlichen Teil desTyrrhenischen Meeres, nordöstlich von Sizilien, liegt ein geradezu paradiesischer Winkel, wo sich das Geheimnis der Natur sieben Mal im kristallklaren Meer widerspiegelt: Die Gruppe der Aeolischen Inseln. Die Schaetze der Natur und die Vielfalt der Landschaften und Vulkangebiete verschmelzen mit der tausendjährigen Geschichte der Inselgruppe, die man bei einem Besuch der prähistorischen Siedlungen und des Archäologischen Museums von Lipari entdecken kann, und machen diesen Archipel zu einem der aussergewöhnlichsten und interessantesten Reiseziele im Mittelmeerraum.
Baustile
Die typische Häuserform der so genannten Casa Eoliana besteht aus einem modularen Kubus, der horizontal und vertikal mit weiteren Kuben ergänzt werden kann: ein Komplex von neben- und  übereinandergestellten Würfeln. Die Dachform ermöglicht ein Auffangen des Regennwassers. Um das Haus erstrecken sich Terrassen –Bagghiu-, deren Schilf-Überdachung oder weinbewachsenen Loggia von runden Säulen, den Pulièra, gestützt wird, Entlang der Terrasse verläuft eine Steinbank, die Bisola. Weitere Elemente auf der Terrasse sind die Zisterne, der halbkugelförmige Holzofen und ein Waschbecken aus Stein (Pila). Nebenräume dienen für die unterschiedlichsten Zwecke: Weinkeller, kleine Mühlen zum Mahlen von Gerste und Weizen, das Palmento (der Mühlstein zum Pressen der Oliven). 
DIE ÄOLISCHEN INSELN: WELTNATURERBE DER UNESCO
Das Jahr 2000 war für die Äolischen Inseln von besonderer Bedeutung., wurden sie doch von der UNESCO, Organisation der Vereinten Nationen fuer Bildung, Wissenschaft und Kultur zum Weltnaturerbe erklaert. Die Begründung dafür ist, dass die Bildung der vulkanischen Landschaften dieser Inseln weltweit zum Gegenstand vulkanologischer Untersuchungen wurden. Zwei Arten von Eruptionen gingen aus den wissenschaftlichen Erforschungen hervor: die ‘strombolische Tätigketer’ eine lang andauernde Tätigkeit gekennzeichnet durch die Emission in regelmässigen Abständen von mehreren hundert Metern emporschiessenden Lavafontänen sowie den Auswurf von Lapilli und vulkanischen Bomben, und ‘die vulkanische Tätigket’, explosive Ausbrüche mit dem Auswurf von Lavabomben und mit Asche beladenen Gaswolken.

LIPARI
Lipari, in der Antike von den Griechen Meligunte genannt, ist die grösste und bevölkerungs-reichste Insel der Gruppe. Ihr derzeitiges Erscheinungsbild wurde durch eine Reihe heftiger Ausbrüche und dazwischenliegender langer Ruhepausen geprägt. Heute ist die vulkanische Tätigkeit auf Fumarolen und heisse Quellen beschränkt.
Wir empfehlen vor allem die Besichtigung des Kastells, des Burgbergs mit den mächtigen Befestigungsmauern, der von den Normannen 1080 errichteten Kathedrale mit dem erst küerzlich entdeckten Teil des romanischen Kreuzgangs., des Archäologischen Parks und der rekonstruierten Gräber und Steinsarkophagen aus griechischer und römischer Zeit. Die gesamte Geschichte der Äolischen Inseln geht von Lipari aus, wo heute ein aussergewoehnlich interessantes archäologisches Museum mit wertvollen Exponaten seinen Sitz hat.
Eine wichtige Etappe der Inselrundfahrt ist ein Besuch der Thermen von San Calogero, deren herapeutische Wirkung bereits in der Antike bekannt war und die als älteste Thermen im Mittelmeerraum gelten. Das heilkräftige Wasser mit einem hohen Gehalt an kohlensäurenhaltigen Salzen, Sulfaten und Natrium quillt mit einer Temperatur von 60°C aus dem Boden und wirkt bei Arthritis, Dermatitis, Akne und anderen Hautkrankheiten.. Die kürzlich renovierte Therme ist nicht mehr in Betrieb, legt aber Zeugnis von Liparis einstiger Glanzzeit als Thermalzentrum ab. Zu besichtigen gibt es zwei Becken aus der griechisch-römischen Zeit und eines aus dem 19. Jh, ein römisches Thermalbecken und einen 3.500 Jahre alten mykenischen Tholos, der als Sauna verwendet wurde.
Entlang der Küste von Canneto nach Acquacalda beeindrucken die Badestrände und Buchten mit weissem Bimssand, wo das Meer in unterschiedlichsten Farben von Tuerkis bis Tiefblau leuchtet und eine einzigartige, stimmungsvolle Landschaft bildet. In der Antike wurde in dieser Gegend Obsidian abgebaut, das schwarze Lavaglas, zur Herstellung von Waffen und Werkzeugen.
Noch bis vor wenigen Jahren wurde hier Bimsstein abgebaut und in die ganze Welt exportiert. Ein unvergessliches Erlebnis ist eine Bootsfahrt um die Insel , entlang der klippenreichen südwestlichen Steilküste, vorbei an den Faraglioni, den Felsen Pietra Lunga und Pietra Menalda, die sich eindrucksvoll und majestaetisch aus dem Meer erheben.

VULCANO
Die Insel des griechischen Feuergottes Hephaistos, besteht aus 4 Vulkangebäuden, das grösste, der Gran Cratere, wo sich eine intensive Fumarolen-Aktivitaet mit dem Austritt von Schwefeldampfschwaden konzentriert.
Eine schmale Landzunge die zum kleineren Vulkankegel Vulcanello (erloschener Krater) führt , trennt die beiden Buchten Porto Ponente und Porto Levante. Letztere ist wegen der heissen unterseeischen Quellen ein besonderer Anziehungspunkt.
Die Charakteristik der malerischen Bucht Porto Ponente dagegen ist der feine schwarze Sandstrand.. In unmittelbarer Nähe von Porto Levante befindet sich auch das natürliche Schlammbad, gespeist aus dem Erdinneren durch den Druck der unterirdischen Gase. Der schwefelhaltige Fango eignet sich zur Behandlung von rheumatischen Beschwerden und Hauterkrankungen.

PANAREA
Diese malerische Insel ist die kleinste der Gruppe. Ihre Vielfältigkeit und der Artenreichtum an Pflanzen machen Panarea auch zu einem begehrten Ziel für Naturfreunde.
Dies Insel ist umgeben von kleineren Inseln und bizzaren Felsformationen: Basiluzzo, Dattilo, Lisca Bianca, Bottaro, Spinazzola, le Formiche, in deren Umkreis Blasen an der Meeresoberfläche von Fumalorentätigkeit zeugen.
 
STROMBOLI
Stromboli ist die einzige Insel, deren Vulkan permanent aktiv ist. Das Phänomen seiner Eruptionen wird von den Vulkanologen als ‘strombolianische Tätigkeit’ bezeichnet Im Nordosten befinden sich die grösseren Ortschaften San Vincenzo und San Bartolo mit ihren malerischen Winkeln und Gässchen. An der Südküste befindet sich der kleine Hafen Ginostra, am Landweg nur durch einen Maultierpfad, der über den Kratergipfel führt erreichbar. Auf seinen idyllischen Gässchen und Treppenwegen aus Stein ist der Esel noch das einzige Transportmittel .
Auf der wuchtigen Felseninsel Strombolicchio vor der Küste Strombolis steht ein Leuchtturm, der über steile, in Felsen gehauene Steinstufen und Eisentreppen erreichtbar ist. Ein Traumziel auch fuer Taucher, die in diesem Meer ein Paradies von Schwämmen, Seeanemonen, Seesternen und Korallen entdecken.

FILICUDI
Auf dieser Insel faszinieren die zahlreichen Höhlen und Grotten, die schönste und grösste die Grotta del Bue Marino, in dessem Inneren ein eindrucksvolles Szenarium an Farben, Lichtspielen und Geräuschen in Staunen versetzen.
Vor der nordwestlichen Küste Filicudis ragt majestaetisch die Felsnadel la Canna 85 m hoch aus dem Meer, dessen Spitze eine Madonnastatue ziert..Archäologieinteressierte können am Capo Graziano die Reste einer Siedlung aus dem Bronzezeitalter besichtigen.

ALICUDI
Von den Griechen wurde die Insel Ericusa benannt wegen der üppig wuchernden Erikabüsche.
Heute ist die Insel nur spärlich bewohnt, befahrbare Strassen gibt es keine, hunderte von Stufen, Treppenwege aus Lavagestein und Maultierpfade führen überall hin , ist doch der Esel noch das einzige Transportmittel.
Doch besitzt diese unwegsame Insel von ursprünglicher Schönheit einen unwiderstehlichen Charme.
 
SALINA
Die ersten Siedler aus dem antiken Griechenland gaben der Insel den Namen Didyme.der sich auf die nahezu gleichhohen Vulkankegeln Monte Fossa delle Felci und Monte Porri bezieht, die dieser Insel ihr charakteristisches Aussehen verleihen.Der heutige Name Salina leitet sich von der an der östlichen Landzunge Puinta Lingua gelegenen, einstmals bedeutenden, Salzlagune ab.
Die Insel ist mit üppiger mediterraner Vegetation bewachsen. Aus den hier angebauten Rebstöcken wird der edle Dessertwein Malvasia gekeltert.
Von besonderer Bedeutung ist der Anbau des Kapernstrauchs. Kapern sind für die äolische Küche unverzichtbar und Salinas Kapern gelten als die besten der Welt. Diese Insel gehört als einzige nicht zum Verwaltungsbezirk von Lipari und hat drei eigenständige Gemeinden: Santa Marina Salina, Malfa und Leni.